60. Jahrestag der Römer Verträge::

Das Europa der Generation Y formen

VoxEurop
15. März 2017

Unmittelbar vor den Feierlichkeiten am 25. März traf sich eine Gruppe junger Studenten aus ganz Europa in Italien um ein Manifesto zu skizzieren, welches ihre gemeinsame Vision für die Zukunftsgestaltung der Europäischen Union darlegt.

Sechzig Jahre nach der Verabschiedung der Römer Verträge gibt es immer noch viel zu tun. Die EU leidet unter den Rückschlägen eines weit verbreiteten Vertrauensdefizits in europäische Institutionen, einer Flüchtlingskrise und dem damit verbundenen Anstieg der Ausländerfeindlichkeit, Generationenungleichheit, Populismus und vielen anderen Problemen, welche ihre Grundfeste und ihre Errungenschaften untergraben könnten.

In occasion of this anniversary, it’s time to celebrate the past, but also to rethink the future. And the young must affirm its role in the institutional dialogue.

Zum Anlass ihres Jubiläums ist es Zeit die Vergangenheit zu feiern, aber auch die Zukunft zu überdenken. Und die Jugend muss ihre Rolle in dem institutionellen Dialog bestätigen.

Darum unterstützen wir als NEOS als Medien Partner eine Initiative deren Bedeutung für uns von großer Relevanz und Signifikanz scheint. Das Deutsch-Italienische Zentrum für europäische Exzellenz, Villa Vigoni, und die Organisation United Europe haben eine Gruppe herausragender, junger Wissenschaftler und Berufstätiger ausgewählt, welche eine gemeinsame Vision darüber entwickeln werden, in welche Richtung Europa sich bewegen sollte. Das Ziel ist es ein Dokument zu schreiben, „The Rome Manifesto“, welches eine Perspektive der Zukunft Europas unterbreitet.

Die Autoren (s. Foto oben) sind brillante junge Europäer, von 25 bis 40 Jahren. Die Hälfte von ihnen sind junge Wissenschaftler, beispielsweise spezialisiert in Geschichte, Philosophie, EU Recht und public governance. Die andere Hälfte sind junge Berufstätige, einschließlich eines Arztes, eines Selbstständigen, eines Unternehmensberaters und eines Experten für Öffentlichkeitsarbeit.

Sie sind in drei Gruppen unterteilt:

  1. “Narrativ der europäischen Integration”, mit Deutschlands ehemaligem Finanzminister Peer Steinbrück als Schirmherr. Während die Grundfeste der europäischen Mission – Frieden und Wohlstand zu schützen – weiterhin gültig sind, wird sich die Interpretation dessen was darunter zu verstehen ist ändern müssen, um Europas Existenzberechtigung den heutigen Europäern verständlich zu machen.

  2. “Europäische Institutionen”, dessen Schirmherr Filippo Taddei, Direktor des Bologna Institut for Policy Research an der John Hopkins Universität in Bologna und Chef Ökonom der Italienischen Demokratischen Partei, ist. Aktuell fehlt den Entscheidungsprozessen auf EU-Ebene nicht nur Effektivität, sondern auch Transparenz. Gewöhnliche Leute verstehen nicht wie Europas Institutionen funktionieren, was ihrer Legitimität schadet. Dazu kommt, dass viele europäische Regierungen die EU für unpopuläre Entscheidungen verantwortlich gemacht haben, auch wenn sie selbst in diese Entscheidungen involviert waren.

  3. “Europäische Identität”, mit Sylvie Goulard, Französische Abgeordnete des Europäischen Parlaments. Diese Gruppe diskutiert, was die Europäische Identität repräsentiert, und wie man Europäern dies bewusstmachen kann, um die Verbindung zwischen Europa und seinen Bürgern zu stärken. Über den gesamten Kontinent hinweg haben Europäer viele gemeinsame Wurzeln in Geschichte, Kultur, Politik, Gesellschaft und Werten. Die geografische Nähe trägt außerdem sehr zu einem gemeinsamen Schicksal bei. Wenn die Europäische Union wieder weitverbreitete Akzeptanz erlangen würde, müssten mehr Europäer – einschließlich der älteren Generation und Menschen mit vielfältigen Bildungsständen – beginnen dieses Gefühl einer gemeinsamen Europäischen Identität zu teilen.

Die Entscheidung junge Europäer mit einzubeziehen hat eine doppelte symbolische Wertigkeit. Auf der einen Seite reflektiert es die Zukunftsausrichtung des Manifesto. Auf der anderen Seite ist es die Anerkennung einer ansteigenden Europäischen Identität der Jugend, welche in der folgenden Grafik des Eurobarameters 78 von 2012 gut illustriert wird.

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“In der jungen Generation und den ökonomisch und sozial bessergestellten Schichten genießt die Europäische Union das beste Ansehen“, sagt das Eurobarameter 83 von 2015. Die positiven Auffassungen sind unter den Europäern welche zu der Generation „Y“ gehören, Menschen die nach 1980 geboren wurden (47% „positiv“ versus 14% „negativ“, und 38% neutrale Einstellung) und bis zum 20 Lebensjahr oder länger studierten (49% versus 15%, und 35% „neutral“), am weitesten verbreitet.

Die Arbeitsgruppen haben sich vor kurzem in der Villa Vigoni getroffen um die Ausformulierung des Manifesto abzuschließen. Im Vorfeld der Jubiläumsfeierlichkeiten der Römer Verträge wird das Dokument am Sitz des deutschen Botschafters in Rom, Villa Almone, am 23. März, präsentiert werden.