Deutschland: Sonnenuntergang in der Solarwirtschaft

Ein Arbeiter von Bosch Solar Energy, während der Eröffnung einer Solar-Anlage in Arnstadt (Deutschland), im August 2010.
Ein Arbeiter von Bosch Solar Energy, während der Eröffnung einer Solar-Anlage in Arnstadt (Deutschland), im August 2010.
4. April 2012 – Der Spiegel (Hamburg)

Das Unternehmen war einer der Motoren der deutschen Energiewende: Mit dem Solarzellenhersteller Q-Cells rutscht das vierte und symbolträchtigste Solarunternehmen in die Pleite. Schuld ist der Konkurrenzdruck aus China, aber auch die Berliner Förderpolitik.

Es ist noch nicht lange her, da galt Q-Cells als Energiekonzern der Zukunft. Einst war die Firma der größte Solarzellenhersteller der Welt. Sogar in der Finanzkrise galt sie noch als Geldmaschine und Dax-Kandidat. Um die Produktionsstätten von Q-Cells in der Stadt Bitterfeld-Wolfen, in einem ehemaligen Braunkohlegebiet in Sachsen-Anhalt, entstand das sogenannte Solar Valley, benannt nach Kaliforniens Kreativkönigreich, dem Silicon Valley.

Seit einer Weile schon wird es finsterer im Sonnental, nun erlebt es mit der Pleite von Q-Cells seine bislang düsterste Stunde. Am Dienstag wird das Unternehmen beim Amtsgericht Dessau die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragen. Der Energiekonzern der Zukunft droht zum Energiekonzern ohne Zukunft zu werden. Weil er sich nicht gegen den Einbruch einer neuen Wirklichkeit verteidigen konnte.

2011 machte Q-Cells einen Verlust von 846 Millionen Euro. Am Dienstag lag der Firmenwert noch bei 35 Millionen Euro. Eine Aktie war gerade noch neun Cent wert. Im Solar Valley droht nun der Jobkahlschlag, noch immer arbeiten dort viele der rund 2200 Mitarbeiter von Q-Cells.

Lesen Sie den ganzen Artikel auf Spiegel Online

Factual or translation error? Tell us.