Medien : Dieser Artikel wird sich selbst vernichten

6. Dezember 2012 – Der Spiegel (Hamburg)

Die „Financial Times Deutschland“ erscheint am 7. Dezember zum letzten Mal. Die „Frankfurter Rundschau“ ist insolvent. Dahinter steckt eine Entwicklung, die größer ist als das Internet, meint der Netz-Guru Sascha Lobo: Nachrichten werden zum Prozess. Der statische Artikel ist nicht mehr zeitgemäß.

„Don't shoot the messenger,“ heißt das englische Sprichwort, „bestraft nicht den Überbringer schlechter Botschaften.“

Klar – aber es fällt schwer. Das Printsterben in Deutschland scheint begonnen zu haben, offenbar reicht es von links (Frankfurter Rundschau) bis in die Mitte (Financial Times Deutschland) und von oben ( [das Unternehmermagazin] Impulse) bis unten ( [das ab Januar 2013 nur noch online vertriebene Life-Style Magazin] Prinz).

Eine lebhafte Diskussion über die Gründe hat begonnen und darüber, welche Konsequenzen zu ziehen sind. Es geht dabei oft um Geschäftsmodelle, um Papier und natürlich um das Internet. Seltener geht es darum, wie sich Nachrichten selbst verändert haben, egal ob gedruckt oder gepixelt.

Dahinter steht eine Entwicklung, die größer ist als das Netz. Die Geschichte der Technologie ist eine Geschichte der Prozessualisierung: Offenbar strebt die Menschheit danach, die Welt in Fluss zu bringen – und den griechischen Aphorismus „Panta rhei“ („Alles fließt/ist in Bewegung“) nicht als Feststellung, sondern als Aufforderung zu begreifen.

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