Ein europäisches Medium

26. Mai 2009
Presseurop

"Die Sprache Europas ist die Übersetzung" hat Umberto Eco einmal gesagt. Diese sprachliche und kulturelle Vielfalt schuf zwar eine der kreativsten Zivilisationen, aber auch unzählige Konflikte. Heute, wo die 500 Millionen Europäer der Union immer näher zusammenrücken, ist die Sprache kein Faktor für Unstimmigkeiten mehr. Doch ist es schwierig, sich richtig kennen zu lernen, wenn man mit 23 Nationalsprachen jonglieren muss — nicht zu vergessen die Regionalsprachen, die nur darauf warten, von Brüssel anerkannt zu werden.

Um sich zu unterhalten oder zu informieren, können die 500 Millionen Europäer Satellitenfernsehen schauen, Online-Radio hören oder Zeitung lesen, auf Papier oder im Netz. Entfernungen sind kein Problem mehr. Doch wo immer sie sich auf dem Kontinent befinden mögen, die meisten Menschen wählen Medien in ihrer Muttersprache, oder in ein, zwei anderen Sprachen. "Um Informationen über Europa zu finden, steht den europäischen Bürgern kein transnationales Medium zur Verfügung", bedauerte jüngst Marc Leijendekker, Redakteur der Rubrik "Europa" der holländischen Tageszeitung NRC Handelsblad. "Es gibt keine einzige europäische Zeitung, die sowohl von Italienern als auch von Tschechen gelesen wird, keine Website, wo sich sowohl Spanier und Schweden informieren können, keine Fernsehsendung, die um 20 Uhr alle Wohnzimmer Europas erreicht."

Diesen Journalistentraum zu realisieren, der, so hoffen wir, von zahlreichen Bügern Europas geteilt wird, ist unser Ziel. Das Projekt Presseurop ist auf Initiative der Europäischen Kommission enstanden und wurde vier Magazinen mit Erfahrung im Bereich der internationalen Presserevue anvertraut (Courrier international aus Frankreich, Internazionale aus Italien, Forum aus Polen und Courrier internacionalaus Portugal). Presseurop wird in aller Unabhängigkeit von Journalisten aus ganz Europa zusammengestellt. Täglich wählt die Redaktion in der europäischen und weltweiten Presse jene Artikel aus, die einen neuen, originellen Blick auf Europa werfen, und lässt sie in zehn Sprachen übersetzen. Es geht hierbei nicht um Europa als Institution – davon wird bereits recht ausführlich berichtet – sondern darum, wie die Menschen Europa leben und erleben.

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