Die letzten Titelseiten

21. Dezember 2012 – Presseurop Politis, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Lietuvos Rytas & 4 weitere

Der Internationale Währungsfonds hat sich geweigert, Gerüchte zu kommentieren, nach denen Zypern einen Schuldenschnitt beantragen wolle. Dies würde bedeuten, dass sich die Insel für teils insolvent erkläre. Eine riskante und umstrittene Lösung. Derweil gehen die Verhandlungen über ein Rettungspaket weiter.

Politis, Nicosie

Russisches Roulette um Zyperns Schulden

Zu Beginn 2013, „müssen sich die [Brüsseler] Schirmspanner etwas für die Schuldeninsel einfallen lassen”. Der deutsche Bankenverband spricht von 17 Milliarden Euro: das „klingt“ zwar nach viel, sei aber „international überschaubar.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt

Zypern? Kein Weltuntergang!

Das Parlament hat die Immunität des Chefs der Arbeiterpartei Viktor Uspaskich und zwei seiner engen Vertrauten aufgehoben. Dem Geschäftsmann russischer Herkunft, der mit Gasimport und Gurkenkonserven ein Vermögen gemacht hat, wird von der Justiz Steuerhinterziehung im Namen seiner Partei vorgeworfen. Die Arbeiterpartei gehört nach den Wahlen vom 28. Oktober der Regierungskoalition an.

Lietuvos Rytas, Vilnius

Trio wird zwischen Parlament und Gericht pendeln müssen

Aufgeschreckt vom massiven Stellenabbau des Fiat-Werks von Tychy, wo 1500 Mitarbeiter entlassen werden, bereitet die Regierung nun einen Anti-Krisen-Plan vor, um strauchelnden Unternehmen mit staatlichen Hilfen unter die Arme zu greifen. Der Plan sieht vor, dass gefährdete Unternehmen auf Kurzarbeit und Lohnkürzungen zurückgreifen dürfen, während die Arbeitnehmer vom Staat einen Lohnausgleich bekommen würden. Die Maßnahmen sollen ab Mai 2013 greifen. „Zu spät“, schreibt die Tageszeitung und betont, dass die Krise Anfang 2013 ihren Höhepunkt erreichen werde.

Rzeczpospolita, Warschau

Regierung reagiert zu langsam auf die Krise

Das britische Verteidigungsministerium hat Entschädigungen in Höhe von 14 Millionen Pfund (17 Millionen Euro) an Hunderte Iraker gezahlt, die während der fünfjährigen Besatzung im Südwesten Iraks illegal festgenommen und gefoltert worden waren. In diesem Jahr seien Zahlungen von insgesamt 8,3 Millionen Euro an 162 Iraker erfolgt. 17 Personen seien bereits im vergangenen Jahr und 26 in den drei Jahren zuvor entschädigt worden.

The Guardian, London

Ministerium zahlt Millionen an Folter-Opfer

Die Regierung hat die Privatisierung der staatlichen portugiesischen Fluggesellschaft vorerst verschoben, nachdem das einzige Angebot — von Germán Efromovich — abgelehnt worden war. Der brasilianisch-kolombianische Geschäftsmann hatte 350 Millionen Euro geboten, konnte aber keine ausreichenden Bankgarantien vorlegen. Die Regierung will nun die Betriebskosten von TAP senken, auch über Lohnkürzungen und Stellenabbau.

Diário económico, Lissabon

Efromovich scheitert bei TAP-Übernahme, Regierung macht Fortschritte bei der Umstrukturierung

„Apokalypse? Welche Apokalypse?“, fragt die Tageszeitung unter einer Abbildung des Weltgerichtstriptychons von Hieronymus Bosch (um 1485-1505), welches in der Wiener Akademie der Künste ausgestellt ist. Dabei wird vom Blatt eine Studie zitiert, welche die Bevölkerungsexplosion als Bedrohung sieht und das Jahr 2052 zum Schicksalsjahr erklärt. Ein Blick auf Boschs Werk zeige: Im Paradies wäre idyllisch viel Platz.

21. Dezember 2012: Die Welt geht über