Britischer Supreme Court: Wer ist ein Jude?

28. Oktober 2009 – Presseurop The Guardian
, 1. Januar 1970

In Großbritannien berichtet The Guardian darüber, dass der Oberste Gerichtshof darum gebeten wurde "einen genaueren Blick darauf zu werfen, wer als Jude gilt". Im betreffenden Fall geht es um Streitigkeiten um die Aufnahmepolitik der Jews' Free School (JFS, Kostenlose Jüdische Schule) im Londoner Kenton. Die Schule hat ein Kind abgelehnt, welches als Jude aufgezogen wurde. Begründung: Die Mutter ist nicht jüdischer Abstammung. Laut britischer Gleichheitsgesetze sind Juden nicht einmal eine religiöse Minderheit, sondern eine eigenständige ethnische Gruppe. Unter dieser Tatsache entschied das Berufungsgericht in vorheriger Instanz, dass die Anwendung der Regel der Erbfolge der mütterlichen Linie an der JFS einer nicht akzeptablen rassischen Diskriminierung gleichkommt. The Guardian merkt an, dass der Oberste Gerichtshof auch darüber entscheiden muss, ob *"**die Gesetzgebung, die entworfen wurde, um Minderheiten zu schützen“*, zur *"Verurteilung jüdischer Traditionen"* verwendet werden sollte. Die Zeitung fragt sich, ob es nicht besser wäre, *"die Aufnahme an der Schule von sämtlichen Glaubensfragen unabhängig zu machen und somit das Gesetz von Religionsangelegenheiten zu befreien"*.