Nach Lissabon: Paris-London: Das Ding mit den Hosen

5. November 2009 – Presseurop The Guardian
, 1. Januar 1970

Dreiundzwanzig Jahre nachdem sich Jacques Chirac fragte, ob die gefürchtete "Hausfrau" Margaret Thatcher seine "Eier auf einem Tablett" serviert möchte, stehen auf dem französisch-britischen Menü wieder einmal Fortpflanzungsorgane. Und diesmal kann man die Kommentare des französischen EU-Staatssekretärs Pierre Lellouche nicht einmal als Zeichen freundschaftlicher Beziehungen verbuchen. Laut Guardian ist Lellouche davon überzeugt, dass die Einstellung der konservativen britischen Euroskeptiker die Position der Briten in der EU "kastriert". Aber er gibt sich nicht damit zufrieden, die Inhalte der Hosen Großbritanniens zu beklagen, sondern bezeichnet David Camerons Haltung gegenüber der Union als "autistisch". Die dickköpfigen Worte äußerte der Staatssekretär an dem Tag, an dem der Tory-Chef David Cameron als Folge der vollständigen Ratifizierung des Vertrages von Lissabon eine neue Haltung gegenüber der EU einnahm. Er versprach, dass eine zukünftige konservative Regierung "die britische Souveränität stärken und eine Reihe von Machtbefugnissen für den sozialen Bereich und die Arbeitsgesetzgebung in die Heimat zurückbringen würde". "Das ist erbärmlich", wettert der einstige Berater des ehemaligen Präsidenten Chirac. "Es ist einfach nur traurig dabei zusehen zu müssen, dass das in Europa so wichtige Großbritannien sich selbst vom Rest abschneidet und vom Radar verschwindet." Der Schatten-Außenminister William Hague dementierte auf BBC, dass mit der britischen "Ausstattung" irgendetwas nicht stimme. "Ich denke nicht, dass Sie das als eine repräsentative Reaktion für Paris oder andere europäische Hauptstädten verstehen sollten", entgegnete er.