Vereinigtes Königreich: Das große Missverständnis

23. April 2013 – Presseurop Dilema Veche, Gandul, BBC News

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„London-Bukarest, der Film der Missverständnisse”, titelt Dilema Veche und widmet den schwierigen Beziehungen zwischen Rumänien und Großbritannien ein Dossier. Schwerpunkt ist dabei die Polemik über die Angst eines Teils der britischen Bevölkerung vor einer Welle von Zuwanderern, wenn am 1. Januar 2014 die volle Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus Rumänien (und Bulgarien) in Kraft tritt.

Ausführlich behandelt das Wochenmagazin die britische Euroskepsis, „ein Trend, der nicht ignoriert werden kann“ und der nach dem Motto funktioniert „wenn bei uns zu Hause etwas schiefgeht, dann ist die EU schuld“.

Dilema Veche hält diesbezüglich fest:

Mit jedem Skandal, bei dem Rumänen oder Bulgaren schlecht gemacht werden, wie jüngst beim Pferdefleischskandal, vertieft sich in der britischen Öffentlichkeit das Ressentiment gegenüber ihrer Zugehörigkeit zur Europäischen Union.

Das Wochenmagazin beschreibt, wie die Rumänen allzu oft fälschlicherweise wahrgenommen werden:

Wir klauen ihnen die Jobs, die Brieftaschen, manchmal besetzen wir ihre Häuser. Wir missbrauchen die Sozialhilfe und bauen uns „Schlösser aus purem Gold“. Was haben wir den Engländern getan, dass wir an allem Schuld sein sollen? Welchen Sinn macht es, uns immer beleidigen zu wollen?

Im Gegensatz zu dem, was in Großbritannien die Gegner einer Öffnung der Grenzen behaupten, belegt eine neue Studie der BBC einmal mehr, dass kein unkontrollierter Ansturm von Zuwanderern aus Bulgarien oder Rumänien zu erwarten ist.

So betont auch Gândul, dass das Ende des beschränkten Zugangs zum Arbeitsmarkt nur wenig Einfluss auf die Zuwanderung ins Vereinigte Königreich haben wird: Nur 4,6 Prozent der Rumänen und 9,3 Prozent der Bulgaren würden derzeit nach Großbritannien gehen wollen. Die Mehrheit der Rumänen erklärt zudem, dass sie nur bereit wäre, ihre Heimat zu verlassen, wenn sie zuvor einen festen Arbeitsvertrag hätte. Und die Präferenzen gehen eher nach Deutschland und Italien. Und bei jenen, die sich für Großbritannien entscheiden, handelt es sich in erster Linie um Fachkräfte mit Hochschulabschluss.

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