Offshore Leaks: Liechtenstein und Portugal vom Skandal betroffen

27. Mai 2013
Presseurop
Volksblatt, Expresso

Volksblatt, 27. Mai 2013

„Offshore Leaks: Liechtenstein offenbar in umstrittene Geschäfte verwickelt”, titelt das Volksblatt. „Mindestens 120 Personen und Firmen könnten in fragwürdige Geschäftspraktiken mit Steueroasen verwickelt sein.”

Im April bereits hatte die internationale Ermittlung über Steuerparadiese einen Skandal ausgelöst, doch Liechtenstein hatte sich von dessen „Schockwelle“ verschont geglaubt. Nach Angaben der Tageszeitung aus Vaduz wurde das Land von der Affäre aber doch noch eingeholt. Am heutigen 27. Mai übernimmt die Zeitung die Informationen, die gestern in der Schweiz von der Sonntagszeitung und von Le Matin Dimanche veröffentlicht wurden. Denen nach taucht

das Fürstentum [...] in den Offshore Leaks fast ebenso oft auf wie Frankreich, trotz der im März 2009 beschlossenen Strategie im Hinblick auf „sauberes Geld“. Treuhänder aus Vaduz und Schaan hatten Kunden, die in große Betrugs- und Bestechungsaffären verwickelt waren.

Die Sonntagszeitung schätzt die nicht gemeldeten Beträge, die in den Tresoren des Fürstentums schlummern, auf rund 30 Milliarden Schweizer Franken (24 Milliarden Euro). Der Liechtensteiner Regierungschef Adrian Hasler wollte zu dieser Zahl jedoch keinen Kommentar abgeben.

Auch in Portugal breitet sich der Skandal aus, wie Expresso dieses Wochenende enthüllte:

Mindestens 22 Personen und zwölf Offshore-Unternehmen mit Verbindungen zu Portugal wurden in dem Bericht erwähnt. Nur vier der Personen mit Wohnsitz in Portugal sind auch portugiesische Staatsbürger, keine von ihnen ist eine Person des öffentlichen Lebens. Weiter schreibt die Zeitung:

Der von Offshore Leaks ausgelöste Erdrutsch hatte eine sofortige Auswirkung: Die 27 Staats- und Regierungschefs der EU setzten Steuerflucht und Steuerbetrug an die Spitze ihrer Agenda. Doch in diesem Bereich werden europäische Beschlüsse nur einstimmig getroffen und manche Länder haben völlig entgegengesetzte Interessen. Die Praxis kann also nicht mit der Empörung Schritt halten, die durch die Verflüchtigung von Milliarden Euro ausgelöst wurde. Unterdessen ist Europa von einer Sparpolitik geprägt, die zum Teil durch den Liquiditätsmangel in den Staatskassen gerechtfertigt wird. Das Ende des Bankgeheimnisses scheint in der Tat absehbar zu sein, doch es wird noch eine ganze Weile dauern und die Nutznießer werden alles tun, um es hinauszuzögern.