Die letzten Titelseiten

10. September 2012
Presseurop
To Ethnos, La Libre Belgique, Le Figaro & 4 weitere

Einen Tag nach der ersten Massendemonstration, bei der am 8. September in Thessaloniki gegen erneute Sparmaßnahmen protestiert wurde, traf sich die Gläubiger-Troika aus EU, EZB und IWG am Sonntag mit den Spitzen der Drei-Parteien-Koalition von Regierungschef Antonis Samaras. Die Geldgeber-Troika forderte mehr Einzelheiten und will genau wissen, mithilfe welcher Maßnahmen Griechenland seine Staatsausgaben in den kommenden zwei Jahren um 11,5 Milliarden Euro reduzieren will.

To Ethnos, Athen

Zwei Troikas messen Maßnahmen mit zweierlei Maß

Der reichste Mann Frankreichs, Bernard Arnault, möchte die belgische Staatsbürgerschaft erwerben. Dabei hat Arnault, der eng mit dem belgischen Milliardär Albert Frère zusammenarbeitet, seinen Wohnsitz bereits seit Ende 2011 im belgischen Uccle, enthüllt die Zeitung. In dieser Brüsseler Gemeinde meldete er sich also noch vor der Machtübernahme der Sozialisten an, die Gehälter von über einer Millionen Euro mit 75 Prozent besteuern wollen. Das Blatt vermutet, dass dies nur „ein Schritt auf dem Weg nach Monaco ist, wo französisches Vermögen verboten ist“.

La Libre Belgique, Brüssel

Die geheimnisvollen belgischen Pläne von Herrn Arnault

Frankreichs Staatspräsident gab bekannt, wie seine Regierung 30 Milliarden Euro einsparen will, um das diesjährige Haushaltsdefizit von 4,5 Prozent des BIP bis 2013 auf 3 Prozent zu senken. Während Privathaushalte und Unternehmen jeweils 10 Milliarden Euro mehr Steuern zahlen sollen, will der Staat weitere 10 Milliarden Euro einsparen. Zudem wurde die Wachstumsprognose für 2013 statt 1 Prozent auf 0,8 Prozent nach unten korrigiert.

Le Figaro, Paris

20 Milliarden: Hollandes Steuerkonzept

Mit der gestrigen Abschlussfeier der Paralympics im Londoner Olympiastadion endete der sechswöchige olympische Sommer in Großbritannien. „Am Sonntag Abend ging eine Zeit voller Wunder zu Ende, die scheinbar nicht nur ihre Gastgeber, sondern auch ihre Gäste überrascht hat. Eine Zeit, in der wir uns nicht davor scheuten, in den Spiegel zu schauen und etwas ganz Unerwartetes erblickten, was uns auch noch irgendwie gefiel“, schreibt ein Kolumnist in der Londoner Tageszeitung.

The Guardian, London

Adieu britischer Gold-Sommer

Am 7. September kündigte Portugals Ministerpräsident Pedro Passos Coelho weitere Sparmaßnahmen im Umfang von 2,5 Milliarden Euro an. Um die Staatsfinanzen zu sanieren wird allerdings auch das nicht ausreichen, meint die Tageszeitung. Eine der wichtigsten Maßnahmen für 2013 sieht eine Erhöhung des Beitrages zur Sozialversicherung vor: Demnach sollen sowohl Privatwirtschaft als auch öffentlicher Sektor sieben Prozent mehr einzahlen, was dem Staat ein Plus von 500 Millionen Euro bescheren sollte.

Diário económico, Lissabon

Haushalt 2013 mit noch mehr Sparmaßnahmen

In die Renovierungsarbeiten des Bahnhofs der Stadt Fălciu an der moldawischen Grenze haben Bukarest und EU zwei Millionen Euro gesteckt. Mit dem Umbau sollte die Einrichtung in Zukunft die Vorschriften des Schengener Abkommens einhalten. Einziges Problem: Seit zwei Jahren ist hier kein einziger internationaler Zug vorbeigefahren. Die modernisierten Gleisstrecken durchlaufen einen ganz anderen Bahnhof.

Adevărul, Bukarest

Zwei Millionen Euro in einem Geisterbahnhof begraben

„Wie lange wird PGNiG [Polens Erdölbergbau und Gas Aktiengesellschaft] die Gaspreise noch diktieren?“, fragt die Warschauer Tageszeitung und fügt hinzu, dass der innerstaatliche Gasmarkt eine „der letzten Monopol-Hochburgen“ ist. Die PGNiG kontrolliert 99,8 Prozent der polnischen Gaspreise. 61 Prozent des Gases wird aus Russland importiert. Seit drei Jahren drängt die Europäische Kommission die polnische Regierung zur Öffnung des Erdgasmarktes.

Logo – Gazeta Wyborcza, Warschau

Freiheit für den Gaspreis