Die letzten Titelseiten

19. September 2012 – Presseurop Charlie Hebdo, The Guardian, La Vanguardia & 4 weitere

Ein Muslim im Rollstuhl, vielleicht Mohammed, wird von einem orthodoxen Juden angeschoben. Der Titel „Die Unantastbaren 2“ spielt auf den Kino-Hit „Les Intouchables“ an, der in Deutschland unter dem Titel „Ziemlich beste Freunde“ in die Säle kam. Das Satire-Blatt veröffentlicht in den Innenseiten außerdem weitere Karikaturen des islamischen Propheten, mache davon zeigen ihn entblößt.

Charlie Hebdo, Paris

Die Unantastbaren 2: „Man darf sich nicht lustig machen".

Fünf der sechs größten EU-Länder, mit Ausnahme Großbritanniens, fordern eine radikale Überarbeitung der Außen- und Verteidigungspolitik. Man wolle um ein pan-europäisches Außenministerium schaffen, sowie Mehrheitsentscheidungen in der gemeinsamen Außenpolitik, um Vetos zu umgehen, eventuell eine europäische Armee sowie einen Binnenmarkt für die EU-Rüstungsindustrie. Dies seien die Ergebnisse neunmonatiger Beratungen von 11 EU-Außenministern unter der Federführung des deutschen Außenministers Guido Westerwelle.

The Guardian, London

Deutschland drängt auf stärkere Union

In einem offenen Brief auf der Internetseite des Königshauses reagiert König Juan Carlos auf die Demonstrationen von Barcelona am 11. September für die Unabhängigkeit Kataloniens. Er appelliert an den „Geist des [demokratischen] Übergangs, damit wir vereint bleiben“, und meint: „Das Schlimmste was wir tun können ist die Aufsplitterung unserer Kräfte, das Verschlimmern der Uneinigkeit und Trugbildern hinterherlaufen, die unsere Wunden vertiefen“.

La Vanguardia, Barcelona

Der König ruft zur Einheit auf: „Man darf sich keinen Trugbildern hingeben“

Im Alter von 97 Jahren ist Santiago Carrillo in Madrid gestorben. Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Spaniens von 1960 bis 1982 war nach dem Tod von Diktator Francisco Franco eine der Hauptfiguren des demokratischen Übergangs. Er hat eine „entscheidende Rolle“ bei der Versöhnung nach dem spanischen Bürgerkrieg von 1936-39 und nach dem Franco-Regime gespielt, schreibt die Tageszeitung.

El País, Madrid

Tod eines Architekten der Versöhnung

Am traditionellen „Prinzentag“ (jeden 3. Dienstag im September) hat die Königin ihre Thronrede gehalten, in der sie die Zielsetzungen der Regierungspolitik darlegt. Der Finanzminister hat am selben Tag die sogenannte „Millionenrechnung“, den neuen Staatshaushalt, vorgestellt. Doch in diesem Jahr gibt es nach dem Wahlen von 12. September noch keine neue Regierung und es ist unklar, wer den im Mai vorbereiteten und mit Brüssel vereinbarten Haushalt mit zusätzlichen Einsparungen, um das Defizit unter die 3-Prozent-Marke zu drücken, unterstützen wird.

NRC Handelsblad, Amsterdam

Ein begrenzt haltbares Budget

Im Gegensatz zu den Forderungen aus Brüssel plädiert Justizministerin Mona Pivneceru dafür, dass die kommenden Anhörungen zur Wahl eines neuen Chefs der Anti-Korruptionsbehörde sowie des neuen Generalstaatsanwalts unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

România libera, Bukarest

Wahl der neuen Jusitz-Chefs: Mona Pivniceru ignoriert EU-Empfehlungen

Die Einfuhr und der Verkauf tschechischer Spirituosen ist in der Slowakei verboten worden. Die Zahl der Todesopfer durch mit Methanol vergifteten Schnaps aus Tschechien ist derweil auf 23 angestiegen.

Tschechien macht Europa Angst